Wir wurden im Juni 2020 auf diesen Bauern über Kontakte durch 3te aufmerksam. Es hieß, dass der Bauer viele Katzen am Hof hat und regelmäßig den Nachwuchs erschlägt.
Wir haben ihm daraufhin einen Besuch abgestattet und haben ihm die kostenlose Kastration *aller* Katzen am Hof angeboten – weil es eigentlich hieß, dass er aufgeschlossen und froh über Hilfe sei.
Wir sollten uns jedoch gründlich täuschen. Der Bauer lehnte das Angebot ab, mit den Worten, dass wir die paar Streunerkater einfangen und mitnehmen könnten, weil die gehen ihm am Senkel. Die weiblichen Tiere würden aber unkastriert am Hof bleiben.
Auf die Frage, was er denn mit dem vielen Nachwuchs macht, meinte er, dass er immer wieder mal Abnehmer für ein paar Babies hätte. Wir fragten, was mit dem Rest passiert – immerhin hatten wir auf einen Schlag an die 15 weiblichen Katzen gezählt. Da meinte er dann: „de daschlog i“ und als er unseren kurzen entsetzten Ausdruck im Gesicht sah meinte er: „brauchts eich gar ned aufregen, des is a nix aundas, wie wenn i a Kuah oder a Keibl obstich“
Als wir nochmal versuchten ihn zur Vernunft zu bringen und ihn baten es sich nochmal zu überlegen meinte er mit einem Grinser im Gesicht: „des brauch i ma ned überlegen – außerdem hab i eh a Zucht mit 4 Katzen gemeldet“….
Daraufhin hat der gute Herr eine Anzeige bekommen von uns – die Katzen waren nämlich deutlich mehr als zu 4t und zudem extrem ausgehungert, abgemagert und generell in keinem sehr guten Allgemeinzustand.
Am 9.7.20 war dann die Kontrolle – Amtstierarzt, ein Vertreter der Rechtsabteilung und eine Dame (ebenfalls von der Rechtsabteilung) haben sich die Haltung der Tiere am Hof angesehen.
Nach ca. 30 Minuten wurden wir hinzugerufen (wir waren nicht weit weg auf Abruf) und uns wurde mitgeteilt, dass der Bauer die Katzen freiwillig abgibt und er angegeben hat, dass es sich um „Streunerkatzen“ handeln würde.
Zuerst hieß es, dass nur eine Katze am Hof bleibt – eine rote mit nur 3 Beinen. Ein Bein wurde ihr offenbar vor nicht allzulanger Zeit abgemäht (das kommt häufig vor am Land)
Während wir nach und nach alle Katzen einfingen, fing der Bauer plötzlich an sich weitere Katzen rauszusuchen. Die hätte er noch gerne und die auch und die sowieso.
Wir hatten da aber bereits einen Großteil der Katzen in den Boxen sitzen. Auf Nachfrage wurde uns von Amtstierarzt und Rechtsabteilung mitgeteilt, dass er sich SEINE 4 – 5 Zuchtkatzen behalten dürfe.
Auflage: er muss sie innerhalb eines Monats chippen und registrieren lassen.
Meine Frage ob er denn jetzt 4 oder 5 Katzen hat, wurde jedoch nicht beantwortet.
Fazit letzter Stand:
Die Bezirkshauptmannschaft ist der Ansicht, dass die Katzen, die wir weggeholt haben – trotz zum Teil sehr schlechtem Gesundheitszustand nicht auf den Bauer zurückfallen könnten, da dieser ja angegeben hat, dass es sich um Streunerkatzen handle.
Dass sich die Tiere aber fast rund um die Uhr direkt im Innenhof oder unmittelbar um den Hof aufgehalten haben und allesamt SEHR zutraulich und vom Wesen her sehr lieb sind, ist nicht Beweis genug.
Nach einem Fotoabgleich mit allen Katzen, die wir bisher fotografieren konnten sind wir auf 31 verschiedene Katzen gekommen, dazu kommen nochmal 11 Katzenbabies, die wir in unserer Obhut haben.
Es könnten aber noch mehr dort herumlaufen.
Aktuell sind derzeit 16 erwachsene Katzen bei uns und großteil bereits kastriert worden. Eine säugende Mama und eine Katze mit gerade einmal 1,57 kg werden aber erst noch kastriert.
*ALLE* haben starke Zahnprobleme.
Praktisch alle Katzen sind unterernährt und dehydriert.
Von den insgesamt 11 Babies waren 2 mit ca. 6 Wochen, die zusätzlich zum Schnupfen auch noch Fieber hatten. Sie hätten ohne tierärztliche Versorgung nicht mehr lange durchgehalten.
2 Babies waren bereits stark ausgekühlt – eines davon mit Fliegeneiern belegt, und warum? weil der „Züchter“ vergessen hat zu sagen, dass eine der Katzen die wir mitgenommen haben und die eigentlich ursprünglich vor Ort bleiben hätte sollen, wenige Stunden zuvor mind. 2 Babies rübergetragen hat ins Nebengebäude.
1 Baby fanden wir zufällig bei einem unserer nächsten Besuche eingeklemmt hinter einem Holzstapel auch dieses Katzenkind war bereits ausgekühlt und somit schon länger dort in seiner misslichen Lage gefangen.






